StartNewsHund biss Jungen Zeigefinger durch – niemand half

Hund biss Jungen Zeigefinger durch – niemand half

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Langenhahn - Johannes Frensch versteht die Welt nicht mehr. Er ist zutiefst erschüttert. Sein 10 Jahre alter Sohn Mirco war in Langenhahn auf dem Gelände eines Verbrauchermarktes von einem Schäferhund gebissen worden. Ein Zeigefinger wurde dabei so gut wie abgetrennt. Mit blutenden Händen suchte der Junge nach Hilfe, sprach Passanten an – doch keiner kümmerte sich um ihn. Er stieß zunächst nur auf Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit.

Noch ein paar Zutaten fürs Mittagessen hatten gefehlt, als der 10-jährige Mirco am 18. Juni gegen 11.30 Uhr mit dem Fahrrad zum Supermarkt in Langenhahn startet. Sein Rad stellt er an einem Fahrradständer ab, macht einen Bogen um einen Schäferhund, der dort angeleint ist und betritt den Markt. Als er das Gebäude wieder verlässt, fällt ihn der Hund an und beist ihn in beide Hände.  Der rechte Zeigefinger hängt nur noch an einem Fetzen Haut, Knochen, Beugesehne, Nerv und Fleisch sind durchtrennt. Außerdem entstehen durch die Reißzähne an beiden Händen etliche Perforationen . Insgesamt soll der Hund, der sich an einer langen Leine befunden habe, dreimal zugebissen haben.


Was jetzt geschieht, dafür hat Johannes Frensch, der Vater vom Mirco, keinerlei Verständnis, und es macht ihn beinahe sprachlos. „Blut verschmiert und weinend lief mein Sohn über den gut frequentierten Parkplatz zu einem älteren Pärchen, das in einem Auto saß. Die kurbelten die Scheibe herunter, meinten "Bist ja selber schuld" und fuhren weiter“, berichtet der Vater. Daraufhin sei sein Sohn zum nächsten Erwachsenen gerannt, der ihn zu einem etwa 30 Meter entfernten Drogeriemarkt  schickte. Dort könne er bestimmt ein Pflaster bekommen, soll der Mann gesagt haben. Auf dem Parkplatz sollen sich nach dem blutigen Zwischenfall etliche Erwachsene, darunter auch Mütter, befunden haben, die zuschauten, aber weitergingen, ohne sich um den verletzten Jungen zu kümmern. „Das sagte uns eine Frau, die gerade mit ihrem Pkw auf den Parkplatz fuhr und das blutende Kind aus dem Auto heraus wahrnahm. Sie wunderte sich, dass keiner dem Jungen half“, schildert Johannes Frensch die damalige Situation.

Als die Autofahrerin ihren Wagen abstoppte, hatte Brigitte Lixenfeld, eine Frau aus dem Dorf, bereits die Initiative ergriffen und den Jungen in ihr Auto gepackt. Sie fuhr ihn nach Hause.  Von dort brachte man den 10-Jährigen ins Krankenhaus nach Hachenburg. In der Handchirurgie des Malteserkrankenhauses in Bonn wurde Mirco schließlich unter Vollnarkose operiert. Die OP dauerte zweieinhalb Stunden. Mirco und seine Eltern hoffen, dass alles ohne Entzündung oder Infektion verheilt. Ein implantierter Draht im rechten, abgetrennten Zeigefinger kann erst in etwa acht Wochen wieder operativ entfernt werden.

Am liebsten würde Johannes Frensch sämtliche Leute, die an dem besagten Tag nicht reagiert haben, obwohl sie es hätten tun können, wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen - aber Mirco kennt keinen der Personen. „Man muss sich wirklich einmal in die Lage des Kindes hineinversetzen: Die Hände schmerzen und bluten, der Zeigefinger ist abgeklappt - und keiner hilft! Obwohl Mirco aktiv Erwachsene angesprochen hat. Man weiß ja, dass es keine Zivilcourage mehr gibt, wenn auf offener Strasse jemand verprügelt wird. Aber dass einem weinenden Kind, das an beiden Händen stark blutet,  nicht geholfen wird, das kann ich nicht verstehen!“

Quelle: Rhein-Zeitung

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 01. Juli 2011 um 09:02 Uhr

 

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